Good Bye Marquesas: Tuamotus, wir kommen

Einen herzlichen Dank an die freundlichen, lustigen und hilfreichen Bewohner der Marquesas! Es war wunderbar. Aber wir wollen nun weiter: Heute, bei Einbruch der Dunkelheit, setzen wir Segel um zum Tuamotu-Archipel zu gelangen.

Die Zufahrt zum Makemo-Atoll; Bis zu neun Knoten Strömung im Kanal.

Die Zufahrt zum Makemo-Atoll; Bis zu neun Knoten Strömung im Kanal.

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Viel Wasser ohne Wasserfall

Wir bleiben vorerst nicht lange in Taiohae da wir die Insel umrunden wollen. Wir fahren am nächsten Tag in die Daniel`s Bay, einer wunderschönen Bucht im Südwesten der Insel. Die Zufahrt ist recht versteckt und man ahnt selbst direkt davor nicht, dass sich hinter der engen Felszufahrt eine recht große Bucht versteckt. Weiterlesen

Marquesas – wo das Land gut riecht und die Pampelmusen süß schmecken

ALYTES in der Bucht Atuona auf Hiva Oa

ALYTES in der Bucht Atuona auf Hiva Oa

Mitten im östlichen Südpazifik liegen die Marquesas. Die Inseln sind fern der üblichen Urlaubsflughäfen und werden daher kaum von Touristen besucht. In erster Linie landen hier Segler wie wir, die von der Westküste Amerikas oder den Galapagos-Inseln kommen. Die Buchten der Hauptinselorte sind gefüllt mit Langzeitzegelyachten, die sich von der Überfahrt erholen, ihren ersten Landgang nach Wochen der Seefahrt genießen und die Vorräte wieder mit frischem Obst und Gemüse füllen. Weiterlesen

Galapagos: You never get a second chance for a first impression

I can entertain no doubt […] that the view […] which I formerly entertained – namely, that each species has been independently created – is erroneous.
– Charles Darwin, On the Origin of Species

Only one English word adequately describes his [Charles Darwin’s] transformation of the islands from worthless to priceless: magical
– Kurt Vonnegut, Galapagos

Vor etwa zwei Jahren wurde Galapagos einer der wichtigsten Orte in der Wahrnehmung unserer Familie. Und das begab sich so: Mina saß zusammen mit mir an der Reling eines Charterschiffs, irgendwo im Mittelmeer. Wir sahen zusammen in den Sonnenuntergang und Mina erzählte mir von einem Film über diese fernen Inseln, auf denen es absolut einzigartige Tiere gäbe. Salz niesende Leguane. Tauchende Vögel. Pinguine am Äquator und zutrauliche Seelöwen. Ich fragte sie, ob sie denn dort einmal hin wolle. Vielleicht in den nächsten Jahren? Die Reise müsste man aber mit dem Boot machen, da das ja sehr weit im Pazifik läge. Jaaa, war die Antwort mit leuchtenden Augen.

Das war der Moment, als Mina auf eine Weltumsegelung wollte. Weiterlesen

Pazifiküberquerung: Ankunft Hiva Oa

Wir sind angekommen!

Nachdem wir gestern Abend bis auf dreißig Seemeilen an Hiva Oa
herankamen, haben wir zunächst den Parasailor eingeholt, um Alytes auf
unter vier Knoten zu bremsen. Also hissten wir einfach nur das Vorsegel
und rollten es bis auf 25% ein. So konnten wir davon ausgehen, dass wir
im Morgengrauen in die Bucht von Atuona / Traders Bay einlaufen würden.

Die Inseln waren wegen des dichten Dunstes am Horizont in zunächst
mondloser Nacht nicht zu sehen. Doch kurz nach der Wachübernahme von
Lukas ging der Mond auf und Hiva Oa zeigte sich als Scherenschnitt am
Horizont.

Ich übernahm kurz vor Sonnenaufgang. Esteban hatte Alytes schon bis auf
sechs Meilen an unseren Zielort gesegelt. Die Insel lag ruhig und
vollkommen lichtlos an Steuerbord. Mit langsamen vier Knoten
plätscherten wir auf die Bucht zu. In den Geruch des Meeres mischt sich
langsam der ein starker Geruch von Blüten, dazu Holz und feuchte Erde.
Die Sonne hebt sich hinter uns und erste Schatten beginnen dem
Scherenschnitt Tiefe zu verleiehn. Sattes Grün taucht auf, tiefes
Schwarz, wo die Wellen gegen die Klippen schlagen. Dazu dieser Duft. Ein
Traum. Alle sind mittlerweile wach, wir machen das Boot für das erste
Ankermaneuver nach 19 Tagen bereit.

Es ist voll in der Bucht. Außer uns liegen 15 weitere Boote hier. Wir
bringen den Heckanker aus, um den Schwojkreis klein zu halten und
genehmigen uns ein schönes Frühstück mit einem panamaischen Balboa für
Lukas, Esteban und Fritze. Mina hat schon ihren zweiten Kakao intus und
Heide bleibt bei Kaffee. Freut sich aber trotzdem riesig.

Sobald wir ein WLAN gefunden haben, gibt es mehr Infos. Bis dahin Grüßen
wir alle Leserinnen und Leser aus Französisch Polynesien.

Alytes Crew

Pazifiküberquerung: Zielgerade

Ein Blick auf unsere Bordcomputer bestätigt unsere Berechnungen: Morgen
werden wir die Marquesas sichten. Im besten Falle können wir noch
nachmittags den Anker werfen. Zur Zeit zeichnet sich aber eher ab, dass
wir erst am späten Abend, nach Sonnenuntergang, vor Ort sein werden.

Da die Navigation wegen Topografie und hoher Ankerliegerdichte nicht
ganz einfach sein soll, werden wir Alytes wohl in der Nacht noch etwas
entschleunigen, um erst am Sonntagmorgen bei gutem Tageslicht vor Anker
zu gehen.

Der Parasailor zieht uns mit sieben bis neun Knoten durch den Pazifik,
zur Zeit auf Position 09°32.6350S, 134°34.978W. Der Wind bleibt, bis auf
wenige Ausnahmen, zwischen 17 und 21 Knoten. Squalls hatten wir in den
letzten Tagen und Nächten nur wenige. Und die zogen mit wenig
Steuerkorrekturen an uns vorbei, ohne uns sehr zu stören.

In den letzten Tagen ging es entspannt wie immer zu. Es hat sich eine
weitere Dorade (1,20 m) zu uns gesellt und sich als Suschi präsentiert.
Den Rest gibt es heute aus der Pfanne mit einem Butter-Wein-Sößchen und
unseren letzten Kartoffeln.

Esteban hat vollkommen unerwartet vier von vier Backgammon-Spielen
verloren. So hieß es dann für ihn (etws hämisch) „Dishi, Dischi,
Dischiiii“. Kleine Katastrophen, mit den auch ich umgehen musste: Im
Domino gegen Mina 2:1 verloren. Auch keine Heldenleistung. Na ja, aus
meiner Perspektive jedenfalls.

Es stellen sich die ersten Möwen und Seeschwalben ein, vielleicht die
ersten Hinweise auf die Inseln? Ansonsten hat sich die Fauna weitgehend
zurückgehalten. Die letzten Delfine hatten wir vor einer Woche Nachts am
Boot, ein Manta hat uns eng vor sieben Tagen passiert (dierekt an der
Oberfläche). Ansonsten nur fliegende Fische in großer Zahl und
Variation, hier und da eine Sepie und natürlich die Fische am Haken.

Langsam schwenken wir nun auf die Vorbereitung des Landfalls ein: Alle
überzähligen Segel werden aus den Standby-Lagern nun unter Deck
verstaut, die Angeln haben wir eingepackt und morgen kommen Dingi-Motor
und Heckanker aus den Stauräumen ans Licht.

Großes Reinemachen (Boot und Crew) folgt erst nachdem wir am Anker hängen.

Bücher:
Lukas: Hundert Jahre Einsamkeit, Marques
Fritze: Europa, warum wir sind, was wir sind, U.B. Peter
Esteban: On the Origin of Species, Charles Darwin

Musik: Playlist „Netter Pop“