Tempting Fate: Tauchen an der S.S. Umbria

Eigentlich sollten wir das Schicksal nicht herausfordern, und das gute Wetterfenster nach Norden ohne Pause ausnutzen. Gerade ist guter Wind bis fast nach Suez vorhergesagt.

Aber uns lockt das Wrack der S.S. Umbria. Das Schiff war ursprünglich als deutsches Auswanderer-Boot kurz vor dem 1. Weltkrieg gebaut. Es hat Arbeiter und andere Auswanderungswillige nach Argentinien gebracht. In den Kriegsjahren wurde es an die Kette gelegt, dann an Argentinien und später an Italien als Transporter verkauft.

Die Umbria war 1941 vor Sudan unterwegs, als die Briten sie erwischten. Der Laderaum voll mit Bomben, Zündern, Dynamit und Luftabwehrmunition. Italien war just noch keine Kriegspartei, also haben die Engländer das Boot zunächst festgehalten. Als der italienische Kapitän vom Kriegseintritt seines Landes hörte, bat er den unwissenden englischen Bewacher um Erlaubnis eine Rettungsübung durchführen zu dürfen. Durfte er. So sahen die Briten seelenruhig zu, wie die Italiener alle in die Rettungsboote stiegen. Zu spät fiel ihnen auf, dass das Schiff auf dem sie saßen immer tiefer im Wasser lag. Die Mannschaft hatte Ventile und Schotten geöffnent. Den Engländern blieb noch Zeit sich zu Retten, Schiff und Ladung waren aber verloren.

Mina will lieber mit den Tinkerbel-Mädels schwimmen, Heide ist wegen einigen Problemen an den Händen an Deck “gebunden”. So tauchen die drei Jungs von Bayou, Tinkerbel und Alytes allein.

Da liegt sie also, in glasklarem Wasser. Wir tauchen um 09:30h, die Sonne funkelt zwischen den Aufbauten. Ein wunderbares Riff hat sich auf dem Wrack gebildet. Die Farben explodieren, es gibt unwahrscheinlich große Vielfalt. Meine Vorurteile zum Tauchen im Roten Meer sind weggefegt. Wir schweben die Niedergänge hinab und durch offene Flure. Es ist hell und, wenn man die Tarierung halbwegs im Griff hat, ein einfaches Wrack. Strömung herrscht keine.

In den Laderäumen Säckeweise Sprengstoff. Daneben umgekippte Kisten mit kleineren Patronen. Weiter vorn dann kleine Fliegerbomben (vielleicht 100 kg oder sogar leichter). Die Stabilisierungsflossen lagern extra. Es finden sich auch viele Weinflaschen und allerlei technisches Kleinzeug. Vorsichtig tasten wir uns in die Laderäume, ein wunderbarer Tauchgang. Man hat das bunte Riff in den oberen Lagen, wenn man dem Rumf nach unten folgt wird es auch am Tage düster-geheimnisvoll und im inneren ein an vielen Stellen lichtdurchflutetes, aufgeräumtes Schiff. Die Laderäume sind natürlich was für den Nervenkitzel. Unser Ex-Fallschirmspringer meint es gäbe zware ein Restrisiko, das wäre aber nach ber 70 Jahren unter Wasser ausgesprochen gering.

Das Boot gehört sicher zu den schönsten Wracks, die wir auf der Reise gesehen haben. Definitiv ein Ausflug nach Sudan wert.

Auch Mina hat mit ihren Freundinnen großen Spaß, denn man kann viel des Wracks beim Schnorcheln sehen.

Wir hoffen, dass uns das Wetter diese kleine Caprice verzeiht und wir trotzdem gut nach Norden kommen. Nun werden wir zunächst 24-30 Stunden durchsegeln und dann noch eine Marsa ansehen.

Musik: Miss Kittin
Bücher: Helden des Olymp (Mina), brutale Murder-Mytsteries (Heide), verschiedenes Kriminologisches (Fritze)

 

 

Djibouti: Kath, Militär und ein Riss durch Afrika

Wir laufen in der Dunkelheit einer mondlosen Nacht vorbei Frachtern und Fregatten im Hafen von Djibouti ein. Uns erwartet eine freundliche Bevölkerung aus Somaliern und Afar. Das Feilschen hat man von den Arabern gelernt, das Temperament kommt eher vom Kath-Strauch.

Augen Geradeaus: Die allgegenwärtigen Militärs wecken uns morgens im Hafen mit einem Fahnenappell zur Unzeit

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Von Sri Lanka nach Djibouti: Eine Nachlese

Jetzt, vor Anker im sicheren Hafen von Djibouti haben wir endlich Zeit, ein paar Gedanken über unsere Passage des Indischen Ozeans und des Golf von Adens zu reflektieren. Und ein paar Bilder gibt es auch.

Frohe Ostern mitten in der "High Risk Area": Suchbild mit Osterdeko und Abwehrutensilien

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Welcome to Afrika: Landfall in Djibouti (30.03.2016)

Nach achtzehn Tagen wunderbaren Offshore-Segelns sind wir gesund und
munter in Djibouti angekommen. Alytes liegt nun zwischen großartigen
afrikanischen Holzbooten, riesigen Frachtern und umhersirrenden
Marine-Schlauchbooten im Freihafen des kleinen afrikanischen Landes.

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Frohe Ostern aus dem IRTC (Ostern 2016)

Die Tage vergehen langsam, im “Internationally Recommended Transit
Corridor”. In etwas über zehn Tagen haben wir den Weg von Galle, Sri
Lanka durch den Indischen Ozean geschafft. Wir sind östlich an Socotra
vorbeigesegelt und dann am “Point B”, dem östlichen Eingang zum IRTC, in
den Korridor eingeschwenkt. Weiterlesen

Irgendwo im Indischen Ozean (18.03.2016)

Die Sonne ist als blutroter, zäher Tropfen hinter den Horizont geronnen.
Jetzt steht ein dreiviertel Mond hoch am Himmel, leuchtet fahl die
Schönwetterwolken an und lässt den Sternen wenig Raum uns zu verzaubern.
Alytes segelt mit knapp sieben Knoten Wind durch die warme Nacht auf das
Horn von Afrika zu. Weiterlesen

Goodby Sri Lanka (26.2. – 12.03.2016)

Nach drei Wochen Sri Lanka verabschieden wir uns von diesem wunderbaren Land und machen uns auf den Weg nach Dschibuti. Hier ein paar visuelle Eindrücke von unserer Reise durch das Land. Mehr dazu schreiben wir später.

All smiles: Die Kids sind klasse in Sri Lanka

All smiles: Die Kids sind klasse in Sri Lanka

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Die tolle Tierwelt im Norden Sri Lankas (19.2. – 26.2.2016)

Auf unserer Tour durch den Norden Sri Lankas haben wir tolle Tiere entdeckt. Wir waren in Sigiriya, wo sich im Garten des Hotels lauter Affen, gestreifete Palmenhörnchen und ein Waran tummelten. Wir waren auf Elefanten-Safari, auf Vogel-Beobachtung und in der alten Königsstadt Anuradhapura. Es war toll!

Auf Elefantensafari in Sri Lanka

Auf Elefantensafari in Sri Lanka!

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Indischer Ozean, erster Tag (09.02.2016)

Wie immer am ersten Tag einer längeren Überfahrt hängen wir alle etwas
in den Seilen. Die Körper wollen sich noch an den Ozeanschwell gewöhnen
und zumindest Heide und Fritze sind von der ersten Nachtwache noch müde.
Beides wird sich in den nächsten zwei Tagen einpendeln, so dass wir alle
wieder fit sind. Weiterlesen