Atlantiküberquerung (22.11.2014 – 23.11.2014): Passatwind

Endlich ist es also geschafft. Wir scheinen einen stabilen Passat
erreicht zu haben. Die Wettervorhersage sieht für die nächsten Tage Wind
aus dem nordöstlichen Sektor voraus (Insh Allah). Alles zwischen 12 und
20 Knoten. Also angenehmstes Segeln.

So ist der erste Tag mit aufräumen, waschen und Normalität belegt. Wir
kommen alle zur Ruhe und können endlich Arbeiten an und unter Deck
verrichten, die im hohen Seegang der vergangenen Tage nicht möglich waren.

Es hat auch einige Verluste gegeben, die wir noch nicht überwunden
haben. Unser AIS ist ausgefallen. Das Gerät sendet keine Daten mehr an
unseren Plotter (so heißt das Navi beim Schiff). Wir halten nun – mehr
noch als sonst – sehr sorgfältig Ausguck.

Unsere Proviantkisten hat es bei den harten Wellen zerlegt. Heide hat
sie tapfer mit Draht geflickt. Der Proviant ist glücklicherweise intakt
geblieben. Und unsere Frischware hat ohnehin alles überlebt.

So saßen wir am heutigen Sonntag bei strahlender Sonne zur happy hour um
17:00 Uhr bei Kaffee, Fanta und einem frischen Mango-Kuchen zusammen und
haben die Zeit genossen. Alytes fegt derweil mit Höchstgeschwindigkeit
über die See. Rekord bisher: 11,2 Knoten. Gesurft. Zugegeben. Aber 7,5
Knoten sind nun die Regel.

Wir fahren unter Parasailor. Dieses wunderbare, quietschgelbe
Vorwindsegel ist an sich schon ein Gute-Laune-Faktor. Meist treffen wir
die „Rhumb Line“ (die direkte Kurslinie auf einer Mercartor-Karte), in
glücklichen Stunden auch den Großkreis (den kürzesten Weg auf einer Kugel).

Mina kann endlich ihre raumgreifenden Playmobil-Landschaften aufbauen
und mit wechselnden Reisepartnern bespielen. Alle anderen sind ebenfalls
rundum glücklich. Die Angel blieb heute ungenutzt, denn wir haben nach
weiteren Mahi-Mahis zu viel Fisch. Wer hätte das gedacht.

Musik (Nacht): Janis Joplin, The Very Best of Janis Joplin
Musik (Tag): Lilly Allen, Fuck you
Buch: Helmut Kohl, Aus Sorge um Europa (Ein Appell)

4 Gedanken zu „Atlantiküberquerung (22.11.2014 – 23.11.2014): Passatwind

  1. Meik

    Hi ihr alten Segelstreber !!! Zum anstehenden Bergfest an vierter Stelle. Hut ab!
    Eure ersten Tage klingen für eine Landratte nach einer Menge Angstschweiß………aber Ihr werdet das Schiff schon schaukeln 😉

    Weiter viel Spaß und gutes Segelwetter.

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  2. Konstanze St.

    Hallo ihr Lieben,
    Seitdem wir uns in Javea kennengelernt haben, verfolgen wir unregelmäßig aber gespannt Eure Erlebnisse. Endlich seit ihr auf dem Atlantik, wir freuen uns und trotzdem wird es uns jetzt doch etwas mulmig. So viel Wasser… . Wir hoffen, dass es Euch gut geht und dass ihr bald „auf der anderen Seite“ ankommt. An welcher Stelle, das ist uns egal- Hauptsache gesund!
    Bei uns gibt zieht endlich so was wie Winter ein, endlich gibt es Frost die Autos müssen gekratzt werden.
    Seid ganz herzlich gedrückt!
    Konstanze & Ralph, Maximilian & Johannes (der Mina grüßt!!)

    Antworten
  3. Bertolt

    Ha, endlich mal ne aktuelle Position (25.11.; 16:00 MEZ).
    Alle Wetter: Ihr liegt gut im „Rennen“.
    Nur so’n paar Streber sind noch weiter gekommen und Ihr seid die schnelleste Lagoon (Ihr liegt vorn im Markenpokal) :-)).

    Gute Fahrt!
    B.

    Antworten
  4. Olaf Wenzel

    Hallo Alytes-Crew,
    schön, dass der Passatwind endlich gekommen ist. Die letzten Tage haben sich heftig angehört … Ich vermute, dass Ihr E-Mails (und diesen Kommentar) unterwegs lesen könnt. Unsere Freund Kathrin, Peter und Klaus-Peter auf SY Florentine sind im Moment gar nicht so weit weg von Euch. Wir fragen uns, warum sie nach Süden abgedreht haben. Und natürlich auch, ob an Bord alles ok ist. Ist es Euch möglich, sie per Funk zu erreichen? Das wäre wirklich toll. Eine Antwort könnt Ihr mir gerne an meine E-Mail-Adresse schicken (siehe oben).
    Weiterhin Fair Winds und alles Gute!
    Olaf.

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